Ausstellung

600Mio. – Freunde und Komplizen
19.9.2014 bis 6.1.2015

Eröffnung: 18. September, 18.30 Uhr

Was ist das Künstlerhaus wert? Was ist Gemeinschaft wert?

Im Jahr 1996 bot ein japanischer Investor 600 Millionen Schilling für Grundstück und Gebäude der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs. Seitdem ist das Interesse am Haus gewachsen während die öffentliche und auch die ganz individuelle Aufmerksamkeit an der Künstlervereinigung abgenommen haben. Ist nun tatsächlich der einzig verbliebene Vermögenswert das Haus?

Das Künstlerhaus, Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs hat in seiner über 150-jährigen Geschichte viele Turbulenzen erlebt: von der selbstorganisierten, unabhängigen Künstlerschaft hin zu wechselnden Abhängigkeiten von staatlichen Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen, von Verkaufs- und Besuchsrekorden bis hin zum wirtschaftlichen Beinahe-Bankrott und zur Teilschließung. Auch wenn es die von Präsident May (1945 –1954) benannte „Periode der Fortwurstelei“ gegeben haben mag, finden sich auch Phasen, in denen man auf wirtschaftliche Herausforderungen aktiv reagierte und geradezu kühne Konzepte entwickelte, die erfolgreich zwischen künstlerischen, gesellschaftlichen und kommerziellen Agenden balancierten. Die wichtigsten Überlegungen werden in 600Mio. – Freunde und Komplizen vorgestellt und diskutiert.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Zahlen. Sie bilden monetäre Werte ab, die mit der Geschichte der Künstlergemeinschaft verknüpft sind. Der Untertitel hebt die Rolle von Freundschaft und Komplizenschaft als zentrale Aspekte in der Geschichte der Institution hervor, wobei Komplizenschaft in doppelter Hinsicht zu verstehen ist: zum einen im Sinne einer strategischen Verbindung, die es erlaubt, emanzipative Vorhaben durchzusetzen, zum anderen im Sinne einer Verstrickung in wirtschaftliche und politische Machtverhältnisse.

Die Ausstellung stellt die Frage, wie man im Feld der Kunst auf eine zunehmende gesellschaftliche Ökonomisierung reagieren bzw. wie eine Kunstinstitution im wirtschaftlichen Bereich agieren kann, ohne die Gemeinschaft und das Gemeinwohl aus den Augen zu verlieren? Die Ausstellung 600Mio. – Freunde und Komplizen untersucht die 150-jährige Geschichte des Künstlerhauses und richtet den Blick gleichermaßen in die Zukunft, indem sie fragt: was wäre wenn? So werden historische Formate – wie permanente Ausstellung, Atelierschau, Clubabende – reaktiviert und so führen Christian Helbock und Markus Lobner Interviews mit Freunden und „Komplizen“ des Künstlerhauses. Darüber hinaus werden mit Goldin + Senneby, Superflex und Isa Rosenberger drei aktuelle künstlerische Positionen präsentiert.

KünstlerInnen

Minna Antova, Stella Bach, Hartwig Bischof, Alexandra Bolzer, Juliana Do, Goldin + Senneby, Alfred Graf, Helmut Grill, Silvia M. Grossmann, Waltraut Gschiel, Susanne Guzei-Taschner, Harald Grünauer, Hermann Härtel, Uta Heinecke, Christian Helbock, Barbara Höller, Snescha Horner-Draganowa, Evelin Klein, Susanne Kittel-Haböck, Ondrej Kohout, Georg Lebzelter, Miye Lee, Henriette Leinfellner, Gert Linke, Markus Lobner, Ina Loitzl, Claudia-Maria Luenig, Nina Maron, marshall!yeti, Leslie de Melo, david oelz, Andreas Ortag, Walpurga Ortag-Glanzer, Szilvia Ortlieb, Brigitte Pamperl, Xavier Pérez Gil, Karin Pfeifer, Tanja Prusnik, Werner Rischanek, Rosa Roedelius, Isa Rosenberger, Fritz Ruprechter, Eva S. Pusztai, Roman Scheidl, Stylianos Schicho, Marielis Seyler, Christiane Spatt, Superflex, Maria Temnitschka, Gerlinde Thuma, Jana Wisniewski, Rainer Wölzl, Christiane Wustinger, Susanne Zemrosser, Christa Zeitlhofer, Eef Zipper

Barbara Steiner eröffnet die Ausstellung
Barbara Steiner eröffnet die Ausstellung
Ausstellungsinstallation
Ausstellungsinstallation
Blick vom Ludwig & Adele
Broschüre zur Ausstellung
Broschüre zur Ausstellung
Leseecke
Eingang künstlerhaus