Beteiligte

Projektentstehung und Beteiligte

2010 hat Christian Helbock im Rahmen der von ihm konzipierten Vortrags- und Interviewserie Produktion und Schwesterfelder Barbara Steiner ins Künstlerhaus eingeladen. Diese Serie untersuchte Kunstvereine und deren Relevanz für die Gegenwart. Die von Helbock geführten und von Markus Lobner gefilmten Interviews, wurden in Folge im Künstlerhaus präsentiert bzw. die Interviews und Texte online veröffentlicht.

Ende 2013 reichten Helbock und Steiner das Projekt Freunde und Komplizen für den Künstlerhaus-Herbst 2014 ein. Für beide ist es in gewissem Sinne eine Fortsetzung ihrer jeweils geführten Auseinandersetzung mit kunstinstitutionellen Strukturen und Kontexten. Neben der bereits erwähnten Vortrags- und Interviewserie Produktion und Schwesterfelder kuratiert Helbock zur Zeit In-Formation, eine Reihe zu performativen Handlungsformen, die Auskunft über künstlerisches Arbeiten gibt, und gemeinsam mit Dietmar Schwärzler die Viennale-Filmreihe Between Inner and Outer Space. Steiner hatte vor dem Hintergrund des schrumpfenden Interesses der Privaten an öffentlichen Kunstinstitutionen als Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig 2008 und 2009 das Projekt Carte Blanche realisiert, eine Ausstellungsserie, die das Ziel verfolgte, herauszufinden, ob und welche Partnerschaften zwischen öffentlicher Kunstinstitution und Privaten in Zukunft möglich sein bzw. welche Konsequenzen diese für die Kunst, ihre Institutionen und die Sphäre der Öffentlichkeit haben könnten. Das Projekt nahm offensiv an Auseinandersetzungen um Ökonomisierungsprozesse teil. Im Januar 2014 begann Steiner mit ihrer Recherche im Künstlerhaus-Archiv zum Verhältnis von Kunst und Wirtschaft. Diese wurde in allen Phasen von Paul Rachler, Archivar des Hauses seit 2010, unterstützt. Nach einem inhaltlichen Lektorat von Rachler übernahm Tanja Milewsky im Juni das in mehreren Durchgängen durchgeführte sprachliche Lektorat. Das ausgehobene Archivmaterial wurde Ende Juli von Max Kropitz und Léonie Haaf im Künstlerhaus fotografiert und die Bildbearbeitung anschließend von Max Kropitz übernommen.

Im Juli wurde gemeinsam mit Erwin K. Bauer eine Ausstellungskonzeption entwickelt, die Zahlen in den Mittelpunkt rückt. Diese sind mit der Geschichte der Künstlergemeinschaft verbunden und spiegeln monetäre Werte wider bzw. stehen in unmittelbaren Zusammenhang mit diesen. Auch der nun gewählte Titel 600Mio. - Freunde und Komplizen ist im Kontext dieser Konzeption zu sehen: 600 Millionen Schilling hat ein japanischer Investor 1996 für das Grundstück und das Gebäude der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs geboten. Rainer Stadlbauer, Stephan Göschl und Julia Gordeeva aus dem buero bauer erarbeiteten die Umsetzung der Konzeption – im Bereich Architektur, Display (Stadlbauer, Gordeeva) und Publikation (Göschl), unterstützt von Julia Gordeeva. Clemens Schrammel konzipierte eine eigene Projektwebseite.

Seit Herbst 2013 interviewen Helbock/Lobner Freunde und „Komplizen“ – das sind der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs nahestehende Personen. Sie dokumentieren räumliche und institutionelle Veränderungen der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs – etwa den Einzug des Stadtkinos oder des Festivalzentrums der Wiener Festwochen ins Künstlerhaus. Begleitend werden Interviews mit den Kooperationspartnerinnen und Partnern des Hauses geführt.

Christian Helbock studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien. Er arbeitet als Künstler in den Bereichen Konzept, Malerei, Video, Interview und Performance. Seit 2007 ist er Künstlerhausmitglied.

Markus Lobner ist seit 2002 Geschäftsführer von „Crow Video – Markus Lobner – Kamera Schnitt Videoproduktion“. Seit über 10 Jahren ist er als Kameramann und Cutter für verschiedenste Auftraggeber, Firmen und auch im Studio-Kameraverbund tätig - unter anderem für ORF, SAT1, 3sat, NDR, ARD, K-TV. Seit 1998 arbeitet er immer wieder mit dem Künstler Christian Helbock.

Barbara Steiner ist Kuratorin, Autorin und Herausgeberin mit den Arbeitsschwerpunkten Ästhetik, Architektur, Design (Display) und Ökonomie im Ausstellungs- und Museumsbereich. Steiner studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien. Ihre Doktorarbeit schrieb sie zur Ideologie des weißen Ausstellungsraumes.

Paul Rachler ist Historiker, Archivar und Bibliothekar. Er studierte an der Universität Wien, der Katholischen Universität Leuven und der Johns Hopkins University-Bologna Center und arbeitete als Historiker und Archivar für Yad Vashem, die Shoah Foundation, die Wiener Secession, das US Holocaust Memorial Museum und die Industriellenvereinigung.

Tanja Milewsky ist in den Bereichen Kunstbuchlektorat, Redaktion, Projektarbeit tätig. Sie studierte Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Mittlere und Neuere Geschichte in Frankfurt am Main. Sie kooperiert regelmäßig mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, dem Museum Folkwang, Essen, dem Goethe-Institut und dem Institut für Auslandsbeziehung. Zurzeit hat sie die Projektleitung für den Deutschen Pavillon der Biennale di Venezia 2015 inne.

Max Kropitz studierte Design an der Goldsmiths University in London und belegt derzeit den MA Kurs Art & Science an der Universität für angewandte Kunst. Er lebt und arbeitet als freier Fotograf in Wien.

Léonie Haaf studierte Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Campus Wien und setzt ihre Studien dort im MA Kurs für Klinische Soziale Arbeit fort.

Erwin K. Bauer ist ausgebildeter Landwirt, Typograf und Grafikdesigner. Er leitet das buero bauer in Wien, das zu den führenden interdisziplinären Designbüros Österreichs zählt und Auftragsarbeit, Designforschung und selbst initiierte Projekte gleichermaßen durchführt. Vor der Gründung seines eigenen Designstudios arbeitete Erwin Bauer bei Total Identity in Amsterdam. Seit 1992 unterrichtet er an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Rainer Stadlbauer studierte Architektur und Medienkunst in Wien und Delft und ist verstärkt zwischen Architektur, Medienkunst und Design tätig. Seit 2011 arbeitet er im buero bauer.

Stephan Göschl studierte Architektur an den Technischen Universitäten in Wien und Berlin sowie Grafik Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Er ist seit 2009 für das buero bauer tätig.

Julia Gordeeva studierte in Deutschland Visuelle Kommunikation mit den Schwerpunkten Fotografie und Grafikdesign an der FH Dortmund. Ihr Interesse liegt auf einem cross-culturalen Designverständnis. Nach beruflichen Stationen in Moskau, Paris und Wien unterstützt sie von April bis Oktober 2014 das buero bauer.

Clemens Schrammel studierte Medientechnik und -design an der FH Hagenberg und Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Grafikdesign an der Kunstuniversität Linz und an der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2014 ist er für das buero bauer tätig.