20.000,- | Mietpreis (pro Jahr/in Schilling) von Rembrandt-Radierungen (1979)

Vermietungen von Kunst

„1862 (…) wurden Kunstwerke sehr geschätzt und auch gekauft, so wie jetzt Motorräder und Kraftwagen.“ Aus: Protokoll Jahreshauptversammlung, 2.6.1953

Immer wieder wurden Aquarelle und Grafiken von Mitgliedern der Gesellschaft bildender Künstler auf der Wiener Internationalen Frühjahrs- und Herbstmesse ausgestellt. Die Kooperation begann 1953 und hielt bis 1975. Kunstwerke wurden dabei für ein geringes Entgelt an die Messe AG vermietet, waren grundsätzlich aber auch verkäuflich. 1968 zahlte man den Künstlerinnen und Künstlern für jedes ausgestellte Bild 90 Schilling Leihgebühr (100 Schilling abzüglich 10 Schilling für die teilweise Deckung der Transportkosten).

1959 kam die Idee einer Artothek auf: Kunstwerke sollten an Unternehmen, aber auch an Privatpersonen vermietet werden. Als Vorbild diente vor allem die Bildleihstelle der „Freunde junger Kunst“, die 1952 in München gegründet worden war und 1968 mit dem Münchner Kunstverein fusionierte. Dort konnten die Kunstwerke gegen monatliche Raten, die ein Zwölftel des Kaufpreises betrugen, gemietet und gegebenenfalls auch gekauft werden. Nach Diskussionen über die konkrete Durchführung, Vermietungs- und Haftungsfragen wurde der Plan, im Künstlerhaus eine Artothek einzurichten, allerdings wieder fallen gelassen.

1979 wurde beschlossen, 318 Rembrandt-Drucke aus der hauseigenen Sammlung auf ein Jahr der BAWAG (Bank für Arbeit und Wirtschaft) zur Nutzung zu überlassen. Diese übernahm dafür die volle Haftung, Rahmung und Präsentation und zahlte 20.000 Schilling. Seitdem waren die Rembrandt-Drucke beinahe ununterbrochen auf Tour. Sie kamen erst 2013 in das Künstlerhaus zurück.

Quellen: Aufruf zur Monatsversammlung, 13. Februar 1968: Protokoll zur Vorstandssitzung am 10. 08. 1979 http://www.wladimir-aichelburg.at/kuenstlerhaus/ausstellungen/
Walter Grasskamp, Konkurrenten und Partner,
Kunstverein und Kunstakademie in München, www.kunstverein-muenchen.de/pagefiles/ o.J.
Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurde auf die Angabe von Namen verzichtet und nur das Dokument vermerkt. Alle Quellen stammen aus dem Archiv des Künstlerhauses.

Rembrandt Radierung
Rembrandt Radierung
Einladungskarte, BAWAG Foundation, 1979
Einladungskarte, BAWAG Foundation, 1979