10% | Vermittlungsprovision für Aufträge (1926)

Dienstleistungen

„Das Sekretariat des Künstlerhauses übernimmt Aufträge aller Art auf dem Gebiete der Malerei und Graphik (Porträt, Landschaft, dekorative Ausgestaltung, Ex libris usw.) sowie auf Plastiken jeder Art und in jedem Material (Porträtbüsten, Medaillen, Grabdenkmäler, Gartenplastiken usw.) für seine Mitglieder und auf Wohnungseinrichtungen, Raumgestaltungen und Hochbauten. Es erteilt auch alle darauf bezugnehmenden Auskünfte.“ Anzeige in: Künstlerhaus Wien (Hg.), Buch und Raum der Gegenwart, Ausstellungskatalog, Wien 1930

1926 tauchte erstmals der Plan auf, als Dienstleister in Erscheinung zu treten: Architekt Kaym regte ein Büro zur Vermittlung von Aufträgen für Architekten wie auch den Aufbau eines Werbebüros für künstlerische Gebrauchsgrafik an. Im ersten Fall sollte die Genossenschaft 10 Prozent Vermittlungsprovision erhalten, im zweiten Fall dachte man sogar daran, ein eigenständiges Büro mit künstlerischer und kaufmännischer Leitung zu unterhalten. Erklärtes Ziel war es, Künstler und Kunden in direkten Kontakt zu bringen und, damit verbunden, allgemein das künstlerische Niveau von Plakaten und Reklame zu heben.

Im November 1926 beschloss der Ausschuss die Vermittlung von Aufträgen „aller Art“ sowohl für Maler (Porträt, Landschaft, dekorative Ausgestaltung) und Bildhauer (Porträtbüsten, Medaillen, Grabdenkmäler) als auch für Architekten (Hochbau, Raumgestaltung und Wohnungseinrichtung). Beworben wurde das Angebot in den eigenen Ausstellungspublikationen.

Ab 1995 wurde erneut erwogen, Dienstleistungen anzubieten – nun allerdings für Mitglieder. Im Besonderen dachte man daran, der zunehmenden Komplexität im Bereich Kunst am Bau Rechnung zu tragen und Beratungen in Bezug auf Rechts- und Wirtschaftsfragen anzubieten. Schulungen und Seminare sollten die Künstlerinnen und Künstler unterstützen. Diese Tendenz fügte sich in die allgemeine Neuausrichtung der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs in Richtung interdisziplinären Arbeitens und Creative Economies. Auch das seit 1998 verwendete Kürzel „k/haus“ sollte dieses Vorhaben unterstützen und das Haus als Marke positionieren.

Quellen: Protokoll der Ausschuss-Sitzung, 02.09.1926; Protokoll der gemeinsamen Sitzung der Fachsektionen, 14.10.1926; Protokoll der Ausschuss-Sitzung, 05.11.1926; Protokoll der Ordentlichen Hauptversammlung, 09.12.1996; Konzept Rothauer, 09.06.1997; Buch und Raum der Gegenwart, Ausst.Kat., Hg. Künstlerhaus, Wien 1930
Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurde auf die Angabe von Namen verzichtet und nur das Dokument vermerkt. Alle Quellen stammen aus dem Archiv des Künstlerhauses.

Künstlerhaus Wien (Hg.), Buch und Raum der Gegenwart, Ausstellungskatalog, Wien 1930
Künstlerhaus Wien (Hg.), Buch und Raum der Gegenwart, Ausstellungskatalog, Wien 1930
Anzeige in: Künstlerhaus Wien (Hg.), Buch und Raum der Gegenwart, Ausstellungskatalog, Wien 1930
Anzeige in: Künstlerhaus Wien (Hg.), Buch und Raum der Gegenwart, Ausstellungskatalog, Wien 1930