30.000,- | Mietforderung (pro Tag / in Schilling) an das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (1983)

Vermietungen an den Bund

„Diese gemeinsame Aktion, diese gegenseitige Stärkung, dieses Miteinander hat uns wie der Öffentlichen Hand eine Erfolgsbilanz im finanziellen wie im Bereich unserer Tätigkeit ermöglicht, die wir eben vorlegen können. Denn, ein Geschäft ist erst dann gut, wenn beide etwas davon haben.“ Aus: Protokoll zur Ordentlichen Hauptversammlung, 18.9.1984

In der Ära Hans Mayr (1975–1992) wurden Kooperationen mit Bund und Stadt vorangetrieben, die in Langzeitvermietungen mündeten, vor allem um Ausstellungsmöglichkeiten für das bundeseigene Kunsthistorische Museum oder das Historische Muse- um der Stadt Wien (heute: Wien Museum) zu schaffen. Doch auch davor vermietete man bereits Räumlichkeiten an Bundesministerien und das Kulturamt der Stadt Wien, Letzteres häufig im Zusammenhang mit den Festwochenausstellungen. Seit den 1970er Jahren nutzten etwa Viennale und Festwochenbüro immer wieder die Räume im Künstlerhaus.

1983 mietete das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Künstlerhaus für neunzig Tage im Jahr, und Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums, begann mit einer Großausstellungsserie, zu der unter anderem Gold der Skythen, 1988/89, Merkur & die Musen, 1989/90, Gott, Mensch, Pharao. 4000 Jahre Menschenbild in der Skulptur des alten Ägypten, 1992, Die Welt der Maya, 1993, Ägyptomanie, 1994, Buddha in Indien, 1995, gehörten. Eine Sonderrolle in der Zusammenarbeit mit den Bundesministerien spielten Ausstellungen, die Kunst und Kultur aus dem kommunistischen Osten Europas zeigten.

1996 wurde dann zur Absicherung des Künstlerhauses ein Bestandsvertrag mit dem Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten ausgehandelt, der vorerst für fünf Jahre gelten und das Künstlerhaus auf eine solide finanzielle Basis stellen sollte. Nach einer weiteren Verlängerung beendete man trotz intensiver Bemühungen seitens der Künstlervereinigung mit der Ausstellung Die Welt der Entdeckungen im Februar 2002 die Zusammenarbeit. Eine Subventionsanhebung durch die Stadt Wien konnte diesen Ausfall nicht kompensieren. So machte Präsident Nehrer mit einer radikalen Maßnahme auf die Situation des Künstlerhauses aufmerksam: Er verordnete dem Haus 2003 eine Ausstellungssperre.

Quellen: Protokoll über die Sitzung des Leitenden Ausschusses, 10.03.1975; Protokoll der Vorstandssitzung, 20.04.1982; Bericht des Präsidenten, Ordentliche Hauptversammlung, 21.03.1983; Protokoll der Vorstandssitzung, 27.02.1996; Schreiben von Manfred Nehrer an die Mitglieder, 18.07.2002; Protokoll der Sitzung des Präsidenten, der Vizepräsidenten, des Schatzmeisters und der Sektionsvorsitzenden, 11.02.2003; Gespräch mit Peter Bogner, 08.04.2014
Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurde auf die Angabe von Namen verzichtet und nur das Dokument vermerkt. Alle Quellen stammen aus dem Archiv des Künstlerhauses.

Gold der Skythen, Ausstellungsplakat, A0, 1989
Gold der Skythen, Ausstellungsplakat, A0, 1989
Merkur & die Musen, Ausstellungsplakat, A0, 1989/90
Merkur & die Musen, Ausstellungsplakat, A0, 1989/90